on the occasion of the exhibition Augenlicke – von Leben und Sterben
supported by Ev. Kirchenkreis Berlin Stadtmitte
in cooperation with Katharina Resch, Ingo Reulecke
photo © Benjamin Schöler
Performance Leerstelle
Eine Linie in die Luft zeichnen, während eine Leerstelle entsteht.
Der Zwischenraum zeigt sich. Eine Öffnung zum anderen. Ein Ort, an dem sich Sichtbares und Unsichtbares, Leben und Tod, Anwesenheit und Abwesenheit berühren.
„Leerstelle“ widmet sich den Schwellen unseres Daseins. Jenen Übergängen, die unser Leben durchziehen – von der Geburt bis zum Tod –, die uns prägen und zugleich verunsichern. Die Performance fragt danach, was geschieht, wenn wir nicht sofort über eine Schwelle hinweggehen, sondern im Dazwischen verweilen.
Im Mittelpunkt steht die Leere nicht als Mangel, sondern als Raum der Transformation. Dort, wo Gewissheiten sich auflösen, kann etwas Verborgenes Form annehmen. Dort entsteht Abstand – und mit ihm die Möglichkeit, anders wahrzunehmen.
Wiederholung, Stille und Präsenz schaffen einen Erfahrungsraum, der sich der Logik von Effizienz, Zweck und Produktion entzieht. Die Handlung produziert nichts Vorzeigbares; sie öffnet einen Raum für Wahrnehmung, Berührung und Versenkung.
Die Performance berührt Fragen nach Endlichkeit, Schmerz und Schönheit. Sie versteht den Schmerz nicht nur als Verlust, sondern auch als Erfahrung, die unser Dasein im Körper verankert und uns unsere Lebendigkeit bewusstmacht. Gerade die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit kann den Blick für das Wesentliche schärfen.
In einer Zeit, in der sich die Zwischenräume zunehmend auflösen und alles nach Aufmerksamkeit verlangt, richtet „Leerstelle“ den Fokus auf das Dazwischen: auf die Stille, die Schwelle und die Möglichkeit einer erweiterten Wirklichkeit.
Performance Leerstelle / Void Space
Drawing a line into the air while a void space emerges.
An interval becomes perceptible. An opening toward the other. A site where the visible and the invisible, presence and absence, life and death momentarily converge.
Void Space engages with thresholds as fundamental conditions of existence. It attends to the transitions that shape human life—from birth to death—and to the uncertainty inherent in states of passage. Rather than crossing a threshold, the performance lingers within it, inhabiting the space of the in-between.
Emptiness appears here not as absence or deficiency, but as a generative field. In moments where certainty dissolves, other forms of perception may emerge. Distance becomes a condition for attention, allowing what remains latent to surface.
Through repetition, silence, and sustained presence, the work creates a temporal and experiential space that resists the imperatives of productivity, utility, and spectacle. The gesture produces no object and arrives at no conclusion; instead, it opens a space for perception, encounter, and contemplation.
The performance touches on questions of finitude, vulnerability, and beauty. Pain is approached not solely as loss, but as an embodied experience through which the fragility and vitality of existence become tangible. Confronting mortality becomes a way of sharpening awareness of the present.
At a time when spaces of reflection are increasingly compressed by demands for visibility and attention, Void Space turns toward the interval itself: the threshold, the pause, and the possibility of realities that exceed the immediately perceptible.
Performance Leerstelle
Duration: 36:22 minutes